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Aktuell im Stadtteil

 

Hoher Anspruch, sanfter Klang

Vorortkonzert der Bochumer Symphoniker in der St. Michaelkirche.

 

 

 
Foto: BoSy

Dahlhausen. Die Erfahrungen aus dem Stadtteilkonzert der Symphoniker 2008 sollten sich noch einmal eindrucksvoll bestätigen: Die Kirche St. Michael ist für Konzerte dieser Art wie geschaffen. Die Akustik, der Chorraum, die Helligkeit und das Platzangebot für die Besucher ist im Südwesten nicht zu überbieten. So stellen sich die Musiker auch die künftigen Vorortkonzerte vor.

Es war kein Platz mehr frei, als Kontrabassist Klaus Heimbucher, selbst Dahlhauser und für die Organisation dieses Konzertes zuständig, die Zuhörer begrüßte. Er gab noch einmal einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Vorortkonzerte, die von 60 BoSy-Musikern ohne Honorar ein eindrucksvolles Bild des Orchesters vermitteln.

Diesmal kamen besonders Instrumente wie Oboe, Fagott und Bassethorn mit zum Einsatz, die oft nur in der zweiten Reihe zu finden sind. Den Beginn machte Mozarts Quartett für Oboe und Streichtrio. Schon Alfred Einstein, der berühmte Mozart-Forscher und Bruder von Albert, beschäftigt sich in seinem Standardwerk über Mozart ganz intensiv damit. Mozart hatte den Ehrgeiz, es dem Oboisten Friedrich Ramm auf den Leib zu schneidern. Mozart damals: „Unter den lebenden Oboisten gibt es keinen, der den schöneren, runden, sanften und wahren Ton der Oboe, verbunden mit der schmetternden Tiefe im Forte sich so zu eigen gemacht hat wie er.“ Und mit so einem Ton wagte Marie Lesch sich an den Oboenpart in diesem Werk.

Von Francois Devienne war das folgende Quartett op. 73. Der Komponist war das 14. Kind eines Sattlerwarenhändlers. Dass er Flöte und Fagott virtuos beherrschte, merkten die Zuhörer bei den Anforderungen, die Monika Bennerscheid mit den Fagott spielerisch leicht meisterte. Hätten die Zuhörer bei Jacques Offenbachs für zwei Celli ein Stück wie „Orpheus in der Unterwelt“ erwartet, wären sie enttäuscht worden. Das gebotene Duett von Philipp Willeding-Bach und Christof Kepser ließ den warmen Klang der Instrumente in der ganzen Kirche fühlbar werden.

Den Schluss setzte J. H. Backofen mit dem Quintett für Bassetthorn, zwei Violinen, Viola und Violoncello. Den ungewöhnlichen Namen dieses Komponisten findet man im Lexikon „Musik in Geschichte und Gegenwart“ nicht. Spezialisten ist er für die Klarinette bekannt. Bekanntheit hat das Bassetthorn durch Mozart in seinen Kompositionen für seine Freimaurer-Loge erlangt. Backofen verlangte hohe technische Fähigkeiten des Musikers, und die leistete Bernd Schreiber beeindruckend. Der Applaus wollte kein Ende nehmen.

Besonderen Dank an die Musiker brachten vom Freundeskreis der Symphoniker Schatzmeister Dr. Ing. Klaus Schimmelpfennig und Schriftführer Hans Neubauer mit Blumen zum Ausdruck. Die Meinung war einhellig: „Diese Musiker und ihr Engagement dürfen wir nicht verlieren. Wir brauchen das Konzerthaus.“ Das nächste Vorortkonzert ist in der Liebfrauenkirche.

 

Fotos: BoSy / Privat
Text: Gisbert Frömgen/WAZ
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

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