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Bahnhof Dahlhausen

 

Musik bei Hofe

am 25. April 2010
mit dem "William Byrd Ensemble"
und
Michael Freimuth an der Laute

 



Chor mit Laute-Begleitung boten auch durch leise Töne eine faszinierende Klangwelt höfischer Musik im Bahnhof Dahlhausen.

 

Dahlhausen. Chor-Musik außergewöhnlicher Art bot das William Byrd Ensemble unter Leitung von Siegfried Kühbacher. Unter dem Motto „Musik bei Hofe“ gab es weltliche Musik im bürgerlichen Bahnhof Dahlhausen, die früher im 16. Jahrhundert vorwiegend dem Adel vorbehalten war. So konnten sich die zahlreich erschienenen Besucher an irdischer, nicht abgehobener, dafür meisterhaft vorgetragenen Klängen des Chores und der Laute erfreuen.

Die eindrucksvollen Kompositionen handelten von Musik und Gesang, Liebe und Liebesleid, Natur und Schicksal, Humor, Tanz und Fest. Bereits vor 2 Jahren trat das Ensemble in Dahlhausen auf und der Vorstand von PRO Dahlhausen bat um Wiederholung. 1. Vorsitzender Joachim Berndt freute sich, dass trotz des guten Wetters so viele Besucher gekommen waren, um der weltlichen europäischen Musik ihre Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Semiprofessionelle Chor überzeugte auch bei leisen Tönen von der Klangfülle seines Könnens. Seit 6 Jahren besteht der Chor unverändert und hat 3 bis 4 Auftritte im Jahr. Zuletzt waren sie in der Stiepeler Dorfkirche und in der Wattenscheider St. Maria Magdalena Kirche.

Zum Ensemble gehören Musikwissenschaftler, Ärztinnen, Schul- und Kirchenmusiker und Stimmtherapeut. Ausführende sind : Sabine Siegel, Susanne Stolzenberg (Sopran) – Heike Glücker, Stefanie Groß, Agnieszka Hinz (Mezzosopran) – Birgit Stecker-Dick, Herlind Wullenkord (Alt) – Jürgen Kohl (Tenor) und Siegfried Kühbacher (Bariton und Leitung), Kirchenmusiker, leitet auch den Steeler Kinderchor.

Abwechselnd zum Chor spielte Michael Freimuth auf der Laute, dem wichtigsten Instrument der damaligen Zeit. Freimuth studierte in Köln, trat als Solist aber auch in Barock-Orchestern auf. Im Jahr der Marienvesper 2010 ist in Berlin mit dem RIAS-Chor ein Auftritt geplant. Neben der Laute spielt er auch Gitarre mit eigener Bearbeitung. Freimuth und Kühbacher verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Das Konzert bot ein Spektrum madrigaler Musik aus vielen Ländern, wie England, Italien, Frankreich und Deutschland. Dabei spielte auch landesbezogen der unterschiedliche melancholische Charakter eine Rolle.

Selbst die Laute als Einzelinstrument füllte mit ihrem Klang die Bahnhofshalle voll aus, dank der guten Akustik. Selbst bei der Einstimmung der Laute half eine zarte, mitsummende Kinderstimme aus dem Publikum, die Akustik zu testen. Viel Beifall für dieses spannungs- und erlebnisreiche Konzert belohnte Chor und Lautensolisten, die am Ende gemeinsam auftraten und sich mit der Zugabe eines Landsknechtsständchens verabschiedeten.

 

Text & Fotos: Gert Hille/WAZ

Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.

 

 

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