
Chor mit Laute-Begleitung boten auch durch leise Töne eine
faszinierende Klangwelt höfischer Musik im Bahnhof Dahlhausen.
Dahlhausen. Chor-Musik
außergewöhnlicher Art bot das William Byrd Ensemble unter Leitung von Siegfried
Kühbacher. Unter dem Motto „Musik bei Hofe“ gab es weltliche Musik im
bürgerlichen Bahnhof Dahlhausen, die früher im 16. Jahrhundert vorwiegend dem
Adel vorbehalten war. So konnten sich die zahlreich erschienenen Besucher an
irdischer, nicht abgehobener, dafür meisterhaft vorgetragenen Klängen des Chores
und der Laute erfreuen.
Die eindrucksvollen
Kompositionen handelten von Musik und Gesang, Liebe und Liebesleid, Natur und
Schicksal, Humor, Tanz und Fest. Bereits vor 2 Jahren trat das Ensemble in
Dahlhausen auf und der Vorstand von PRO Dahlhausen bat um Wiederholung. 1.
Vorsitzender Joachim Berndt freute sich, dass trotz des guten Wetters so viele
Besucher gekommen waren, um der weltlichen europäischen Musik ihre
Aufmerksamkeit zu widmen.
Der
Semiprofessionelle Chor überzeugte auch bei leisen Tönen von der Klangfülle
seines Könnens. Seit 6 Jahren besteht der Chor unverändert und hat 3 bis 4
Auftritte im Jahr. Zuletzt waren sie in der Stiepeler Dorfkirche und in der
Wattenscheider St. Maria Magdalena Kirche.
Zum Ensemble gehören
Musikwissenschaftler, Ärztinnen, Schul- und Kirchenmusiker und Stimmtherapeut.
Ausführende sind : Sabine Siegel, Susanne Stolzenberg (Sopran) – Heike Glücker,
Stefanie Groß, Agnieszka Hinz (Mezzosopran) – Birgit Stecker-Dick, Herlind
Wullenkord (Alt) – Jürgen Kohl (Tenor) und Siegfried Kühbacher (Bariton und
Leitung), Kirchenmusiker, leitet auch den Steeler Kinderchor.
Abwechselnd
zum Chor spielte Michael Freimuth auf der Laute, dem wichtigsten Instrument der
damaligen Zeit. Freimuth studierte in Köln, trat als Solist aber auch in
Barock-Orchestern auf. Im Jahr der Marienvesper 2010 ist in Berlin mit dem
RIAS-Chor ein Auftritt geplant. Neben der Laute spielt er auch Gitarre mit
eigener Bearbeitung. Freimuth und Kühbacher verbindet eine langjährige
Zusammenarbeit. Das Konzert bot ein Spektrum madrigaler Musik aus vielen
Ländern, wie England, Italien, Frankreich und Deutschland. Dabei spielte auch
landesbezogen der unterschiedliche melancholische Charakter eine Rolle.
Selbst
die Laute als Einzelinstrument füllte mit ihrem Klang die Bahnhofshalle voll
aus, dank der guten Akustik. Selbst bei der Einstimmung der Laute half eine
zarte, mitsummende Kinderstimme aus dem Publikum, die Akustik zu testen. Viel
Beifall für dieses spannungs- und erlebnisreiche Konzert belohnte Chor und
Lautensolisten, die am Ende gemeinsam auftraten und sich mit der Zugabe eines
Landsknechtsständchens verabschiedeten.
Text & Fotos: Gert Hille/WAZ
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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