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Dahlhausen. Sehr
engagierte Hobby-Musiker aus dem Ruhrgebiet spielten Bossa, Swing, Ballads,
Latin und Blues mit leidenschaftlicher Begeisterung im Bahnhof Dahlhausen. Die
Band „Mas Que Nada“ gründete sich 2003 mit zunächst vier Mitgliedern und seit
dem Sommer 2009 wurde daraus ein Sextett. Der Name „Mas Que Nada“ ist
portugiesisch, bedeutet „Besser als nichts“ und stammt von einem Bossa-Lied.
So
war es auch „besser“ den Klängen im Kulturbahnhof zu lauschen, „als nichts“ zu
tun. Trotz des Sturmtiefs „Xynthia“ hatten Musikliebhaber den Weg in die
Bahnhofshalle gewagt. Joachim Berndt von „PRO Dahlhausen“ bemerkte deshalb bei
seiner Begrüßung: „Das zu erwartende Gedränge der Besucher ist wohl deshalb
ausgeblieben, weil der WDR dazu aufrief, die Häuser wegen des Sturmes nicht zu
verlassen“.
Umso
lebhafter ging es bei dem vielseitigen Repertoire der Jazzband zu und stürmisch
waren im Gebäude nur die Beifallsbekundungen. Die ambitionierten Musiker boten
erstklassige Salonmusik, die im 17. und 18. Jahrhundert höfische
Unterhaltungsmusik war. Zum Bahnhof Dahlhausen besser passend hätte es
eigentlich „Waggon-Musik“ heißen müssen, die im „1. Klasse Sonderabteil“
aufgeführt wurde. Bei Gartenpartys spielt die Band auch manchmal zum Tanz. In
der Bahnhofshalle wurde allerdings nicht getanzt, dafür kräftig mitgesungen.
Auch beim Zechenfest „Zollverein“ trat die Gruppe in Essen auf.
Zur Jazzband gehören:
- Ulrich Lünstroth (Piano), aus Essen, fand den Weg von der Klassik zum Jazz und
ist Mitbegründer der Band
- Brigitte Overheid (Saxofon, Querflöte), Essen, fing bei einer alternativen
Blaskapelle an und spielte bei verschiedenen Saxofonquartetten mit, um kurz nach
der Gründung bei den Jazzern einzusteigen
- Helga Brüx (Gesang), Essen, war Mitglied im Brecht-Chor Essen, widmete sich
türkischen Liedern und Tänzen, aber auch einer A Capella Gruppe
- Günter Mantel (Bass), Duisburg, rockte in verschiedenen Bands, bis hin zur
Weltmusik im „Afrika-Projekt“
- Paul Daniel (Gitarre), Mühlheim, der auch als Bassist und Saxofonist mit
Electro- und Crossover-Formationen unterwegs ist
- Frank Wortelkamp (Schlagzeug), Mülheim, fing mit 13 Jahren gegen den
Elternwillen in der Musikschule an und spielte in verschiedenen Bands Rock, Pop
und Blues oder slawische Musik zu Hause und ist im Sommer 2009 zu „Mas Que Nada“
gestoßen.
Die
musikalische Weltreise ging in viele Länder, von Nord- und Südamerika bis nach
Island. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde auch der „Mond-Tanz“ musikalisch
geboten. Auch nach dem Mann der Liebe wurde im „Salon“ oder besser im „Waggon“
Ausschau gehalten mit dem Lied : „The Man I Love“. Die Sängerin Helga Brüx
verwies mit „Das Leben ist ein Risiko“ auch auf das noch immer tobende Unwetter
hin. Dazu hätte auch: „Ohne Risiko kein Vergnügen“ passen können, denn sichtlich
Vergnügen bereitete den selbst noch nach drei Stunden ausharrenden Besuchern die
Musikreise, die mit großem Beifall und Zugaben die Endstation „Paris-Nord“
erreicht hatte. Zu erleben war ein fulminanter Reigen an Melodien, vorgetragen
von Hobby-Musikern mit unbezwingbarer, übergreifender Spielfreude.
Text & Fotos: Gert Hille/WAZ
Mit freundlicher Genehmigung der WAZ-Stadtteilredaktion Bochum.
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